Helmholtz-Zentrum Geesthacht, 2016-06-30
http://www.hzg.de/010433/index_0010433.html.de

Climate Service Center Thementagung 20. und 21. Januar 2011

Angeregte Diskussionen über die Machbarkeit des 2-Grad-Ziels

Auf der Weltklimakonferenz in Cancún im Dezember 2010 einigten sich 193 der 194 teilnehmenden Staaten darauf, die globale Erwärmung auf 2 Grad über dem vorindustriellen Wert zu beschränken. Mit diesem politischen Ziel soll der Klimawandel auf ein beherrschbares Niveau begrenzt werden. Doch was bedeutet 2 Grad globale Erwärmung eigentlich für unser Klima, was können Unternehmen für den Klimaschutz tun und lässt sich das 2-Grad-Ziel mit den bisherigen Emissionsreduktionszielen überhaupt verwirklichen?
Diesen und anderen Fragen rund um das 2-Grad-Ziel widmete sich die Thementagung „Unter 2 Grad: Wie lassen sich der Klimawandel und seine Folgen begrenzen?“, die das Climate Service Center in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig veranstaltete. Das Interesse war groß. Rund 200 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft waren am 20. und 21. Januar nach Leipzig gekommen, um sich über das 2-Grad-Ziel auszutauschen.

Den Eröffnungsvortrag am ersten Tag hielt Prof. Klaus Töpfer, Leiter des Institute for Advanced Studies (IASS) und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Er appellierte unter anderem dafür, dass die Anstrengungen für Klimaschutz und –anpassung gerecht über die Staatengemeinschaft verteilt werden müssten. Jedes Land müsse die Chance haben sich zu entwickeln, so Töpfer. Umwelt-, Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsaspekte sollten eng miteinander verknüpft sein. Im Anschluss sorgte Prof. Harald Welzer vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen mit seinem Vortrag „Denn sie tun nicht was sie wissen – warum es keinen Weg vom Wissen zum Handeln gibt“ für lebhafte Diskussionen. (Klima-)Wissen allein reiche nicht aus, um Menschen zu nachhaltigem, vorausschauendem Handeln zu bewegen. Voraussetzung dafür sei eine grundlegende Veränderung der Erfahrungswelt und die Schaffung positiver Anreize.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des 2-Grad-Ziels. So setzte sich Prof. Daniela Jacob vom Climate Service Center in ihrem Referat mit der Frage auseinander, wie sich das Klima in Deutschland bei zwei Grad mittlerem globalem Temperaturanstieg verändern würde. Prof. Vladimir Dyakonov, Vorstandsvorsitzender des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung stellte verschiedene Formen erneuerbarer Energie vor, mit deren Hilfe ein Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger wie Öl oder Kohle mittelfristig machbar sei. Später präsentierten Vertreter von Deutsche Post DHL und Volvo, was in ihren Unternehmen getan wird, um Kohlendioxid-Emissionen zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Daniel Klingenfeld vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Prof. Bernd Hansjürgens vom UFZ widmeten sich anschließend der Frage, ob das 2-Grad-Ziel überhaupt realistisch ist. Eine Frage, die Hansjürgens mit Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre klar verneinte. „Das 2-Grad-Ziel ist ökonomisch und politisch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreichbar“, sagte der Ökonom. Dies führte er darauf zurück, dass die weltweiten Emissionen in den vergangenen Jahren stets gestiegen sind, so dass kaum damit zu rechnen sei, dass diese im erforderlichen Maße rechtzeitig gesenkt werden, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. Dennoch sprachen sich die anwesenden Experten mehrheitlich dafür aus, das 2-Grad-Ziel als politisches Ziel beizubehalten. „Es beinhaltet einen anhaltenden Ansporn für die Weltgemeinschaft, das Bestmögliche für den Klimaschutz zu tun“, so Prof. Guy Brasseur, Direktor des Climate Service Center.

Videoclip

Vorträge

Bildergalerie

Programm

© Markus Gössing/ fotolia © Markus Gössing/ fotolia

Das diesjährige Programm mit prominenten Rednern zum Thema
"Unter 2 Grad: Wie lassen sich der Klimawandel und seine Folgen begrenzen?"
finden Sie hier:

Thementagung Programm (Stand: 20.1.2011)

CO2-Kompensation

In diesem Papier werden die Berechnung der durch die Thementagung verursachten CO2-Emissionen und ihre Kompensation erläutert. CO2-Kompensation bedeutet, dass die mit dieser Veranstaltung unvermeidlich einher gehenden Emissionen durch Maßnahmen zur Emissionsreduktion in anerkannten, besonders förderungswürdigen Projekten des Klimaschutzes ausgeglichen werden.

Emissionsberechnung Kompensation Thementagung Januar 2011

Kooperationspartner

Diese Veranstaltung richtete das Climate Service Center in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) im Leipziger Kubus aus.

Die Climate Service Center Thementagungen greifen jeweils ein aktuelles Thema der Klimadebatte auf. Sie werden zukünftig in verschiedenen Bundesländern mit wechselnden Kooperationspartnern stattfinden.