Helmholtz-Zentrum Geesthacht, 2016-07-28
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Kernaussagen des IPCC Berichts

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels sind im Teilbericht 1 des Fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zusammengefasst.

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Der Bericht besagt, dass es in den vergangenen 800.000 Jahren nie mehr CO2 und Methan in der Atmosphäre gegeben als heute. Die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Beobachtungsdaten, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts gesammelt werden und seit den 1950er Jahren in ausreichender Vollständigkeit und Qualität vorliegen, zeigen, dass sich das Klima weltweit geändert hat. Sie dokumentieren den Wandel. Acht der zehn letzten Jahre gehören zu den zehn wärmsten seit Beginn der wissenschaftlichen Temperaturaufzeichnungen 1864.

Was sind die Kernaussagen des Berichts?

Kernaussagen des IPCC Berichts - Zusammenfassung

Kernaussagen des IPCC Berichts - Menschlicher Einfluss

Kernaussagen des IPCC Berichts - Projektionen

Kernaussagen des IPCC Berichts - Experteninterviews


Beobachtungen

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Atmosphäre
Die globale Mitteltemperatur in Bodennähe stieg im Zeitraum von 1880 bis 2012 um 0,85°C. Jedes der drei vergangenen Jahrzehnte war wärmer als alle vorhergehenden seit 1850.

In der Nordhemisphäre war die letzte 30-jährige Periode (von 1983 bis 2012) die wärmste seit 1400 Jahren. Die Arktis hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts besonders stark erwärmt.

Der tatsächliche Erwärmungseffekt durch menschliche Treibhausgasemissionen läge sogar noch über der beobachteten Erwärmung, wenn nicht kühlende Faktoren einen Teil des Temperaturanstiegs kompensiert hätten. So wirken zum Beispiel die meisten Aerosole (kleine, in der Atmosphäre schwebende Teilchen) dem Treibhauseffekt entgegen, indem sie das einfallende Sonnenlicht reflektieren.

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Ozeanerwärmung
Verbesserte und erweiterte Messsysteme zeigen, dass die Ozeane im Zeitraum 1971 bis 2010 mehr als 90 % der Energie, die dem Klimasystem zusätzlich zugeführt wurde, gespeichert haben.

Am stärksten erwärmten sich die Schichten nahe der Wasseroberfläche. In den oberen 75 Metern stieg die Temperatur von 1971 bis 2010 im Mittel um 0,11°C pro Dekade an.

Auch im tiefen Ozean unterhalb von 3000 m hat sich das Wasser erwärmt.

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Meeresspiegel
Infolge der fortgesetzten Tauprozesse von Gletschern und Eisschilden und der Ausdehnung des erwärmten Ozeanwassers stieg der globale mittlere Meeresspiegel im Zeitraum von 1901 bis 2010 um etwa 19 cm an.

Der mittlere Anstieg betrug in dieser Zeit etwa 1,7 mm pro Jahr.

In den letzten 20 Jahren war dieser Wert mit ca. 3,2 mm pro Jahr fast doppelt so groß.

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Ozeanversauerung
Die atmosphärischen CO2-Konzentrationen sind seit der Industrialisierung um 40 % gestiegen.

Ein Drittel des anthropogenen CO2 wurde von den Ozeanen aufgenommen. Infolgedessen hat der Säuregehalt der Ozeane zugenommen.

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Eis und Schnee
Der bisherige Rückgang der Gletscher setzte sich global bis auf wenige Ausnahmen fort und auch die polaren Eiskappen nahmen an Masse ab.

Von 2002 bis 2011 ist etwa sechsmal so viel Grönlandeis geschmolzen wie in den zehn Jahren davor. Der antarktische Eisschild verlor im Zeitraum 1992 bis 2001 30 Gt pro Jahr an Eismasse, im Zeitraum 2002 bis 2011 waren es mit 147 Gt pro Jahr fast fünfmal so viel. Die mittlere jährliche Ausdehnung des arktischen Meereises hat sich im Zeitraum von 1979 bis 2012 um 3,5 bis 4,1 % pro Dekade verringert.

Beim antarktischen Meereis wurde eine leichte Zunahme von 1,2 bis 1,8 % pro Jahrzehnt im Zeitraum 1979 bis 2012 beobachtet.

Die Ausdehnung der Schneedecke in der Nordhemisphäre hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts verringert. Die Permafrostböden der meisten Regionen erwärmten sich.

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Niederschlag
Die Entwicklung der Niederschläge erfolgte regional in unterschiedlicher Weise. Zwischen 1950 und 2008 stiegen die Niederschläge in feuchten Regionen der Tropen und in mittleren Breiten der Nordhalbkugel, während sie in trockenen Regionen der Subtropen abnahmen. Für andere Regionen wurden keine eindeutigen Veränderungen nachgewiesen.

Wetterextreme
Bei vielen extremen Wetterereignissen wurden Veränderungen beobachtet. So hat die Zahl der kalten Tage und Nächte abgenommen und die der warmen Tage und Nächte seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts zugenommen. In Europa, Asien und Australien traten häufiger Hitzewellen auf. Die Starkregenereignisse in Nordamerika und Europa sind häufiger und intensiver geworden.

Quelle: Deutsche IPCC Koordinierungsstelle