Report 29

Der Einfluss des Klimawandels auf die terrestrischen Wassersysteme in Deutschland

Die vorliegende Analyse orientiert sich an der Berichtsperiode zum Fünften IPCC Sachstandsbericht und fasst die Ergebnisse ausgesuchter Studien zusammen, die sich mit den Folgen des Klimawandels für die terrestrischen Wassersysteme in Deutschland beschäftigten.

Als Auswahlkriterien dienten: a) der Projektabschluss: 2009 bis 2013, b) die Projekt-förderung: EU oder deutsche Projektträger , c) die Methodik: Verknüpfung von Klimamodellen und hydrologischen Modellen und d) das Arbeitsgebiet: ganz oder teilweise in einem deutschen Flusssystem beziehungsweise Grundwasserleiter. Verschneite Bergregionen und Gletscher in der Schweiz und Österreich wurden ebenfalls miteinbezogen, da sie Einfluss auf die terrestrischen Wassersysteme in Deutschland haben.

Die Analyse fasst die Ergebnisse von 29 Studien zusammen und wird in den Bereichen „Klimainformationen“ und „Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ durch Forschungsergebnisse ergänzt. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass direkte Vergleiche nicht immer leicht durchführbar sind, da es keine standardisierten Arbeitsmethoden gibt. So werden unterschiedliche Bezugszeiträume, individuelle Modelle und Modellensembles verschiedener Emissionsszenarien und/oder unterschiedliche Bearbeitungsmaßstäbe verwendet. Der Bericht betrachtet historische Aufzeichnungen und Beobachtungen, präsentiert projizierte Trends bezogen auf Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität und diskutiert deren Aussagegrenzen sowie Folgen für ausgewählte Akteure. Dies schließt auch den Umstand mit ein, dass ältere und aktuelle Studien zu widersprüchlichen Aussagen über zukünftige Entwicklungen kommen, da unterschiedliche Modellansätze gewählt wurden.

Hydrologische Projektionen sind ebenso wie Klimaprojektionen nicht als absolute Vorhersagen oder Prognosen zu verstehen, sondern zeigen vielmehr das Potential möglicher hydrologischer Zustände beziehungsweise Zustandsveränderungen in der Zukunft auf. Trotz der zum Teil erheblichen Ergebnisvarianz von Klima- und Wirkmodellen müssen auf deren Basis jedoch Entscheidungen über Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels getroffen werden. Die in diesem Bericht erarbeiteten Empfehlungen stellen somit eine Hilfestellung für Entscheidungsträger und Akteure dar, die sich mit den Folgen des Klimawandels für terrestrische Wassersysteme in Deutschland beschäftigen. Generell gilt, wie bei allen maßstabsübergreifenden Betrachtungen, dass die meisten Modellergebnisse skalenabhängig sind. Deshalb dürfen diese keinesfalls einfach von einem Maßstab in einen anderen transferiert werden; es würden sich beim Vergleich von Ergebnissen aus unterschiedlichen Skalen unter Umständen widersprüchliche Aussagen ergeben.

Report 29 (5,7 MB)